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accentus vocalis

Kammerchor

Der Kammerchor »accentus vocalis« wurde 2010 von Peter Scholl gegründet und bietet seither ambitionierten Laiensängern mit regelmäßigem Gesangsunterricht und Musikstudenten Gelegenheit, erstklassige Chormusik auf anspruchsvollem Niveau zu erarbeiten und aufzuführen. Die Mitglieder kommen unter anderem aus Frankfurt, Mainz, Siegen und Würzburg zu den Arbeitsphasen zusammen. Der musikalische Bogen reicht dabei von der Renaissance-Musik Palestrinas über Johann Sebastian Bach und internationaler Chormusik der Romantik bis hin zu zeitgenössischen Kompositionen.

Mit seinen vorwiegend geistlichen A-Cappella-Programmen ist »accentus vocalis« gern gehörter Gast im Rhein-Main-Gebiet, im Siegerland sowie bei überregionalen Gastauftritten. Spannende Programmzusammenstellungen mit Mut zu Ungewöhnlichem charakterisieren die Konzerte von accentus vocalis. Teilweise werden dabei Solopartien von ausgebildeten Sängerinnern und Sängern aus den Reihen des Kammerchors übernommen.

Unser Name

[at͡ʃ'ɛntus vok'aːlis]

Das lateinische Wort »accentus« lässt sich nicht nur mit dem im Deutschen naheliegenden Wort »Akzent« übersetzen - es hat noch viel mehr Bedeutungen, wie z.B. »Ton«, »Hall«, »Klang« oder »Schall«. Zusammen mit dem Adjektiv »vocalis« (»melodisch« oder »stimmreich«) drückt dieser Name unser musikalisches Selbstverständnis aus.

Wir sprechen unseren Namen italienisch aus. Wir favorisieren den Klang und die Sprachmelodie des Italienischen auch in unserer musikalischen Arbeit.

Peter Scholl

Künstlerischer Leiter

Der Kirchenmusiker und Dirigent Peter Scholl ist Lehrbeauftragter für Chorleitung an den Musikhochschulen in Mainz und Frankfurt. Er wurde in Siegen geboren und erhielt dort in jungen Jahren ersten Klavier- und Orgelunterricht. 2003 erzielte er den ersten Bundespreis beim Wettbewerb »Jugend musiziert« im Fach Orgel. In Frankfurt studierte er A-Kirchenmusik sowie Orchesterleitung und erhielt Stipendien des Kuratoriums Bad Homburger Schlosskirche, des Richard Wagner Verbandes sowie der Studienstiftung des deutschen Volkes. Er ist Leiter der Kantorei St. Jakob Frankfurt-Bockenheim sowie des Kammerchores »accentus vocalis«.

»Only in sleep«

Musik zum Abend und zur Nacht

Die Nacht übt seit jeher eine Faszination auf uns aus: Sie ist nicht nur eine Zeit der Ruhe und des Schlafes, sondern steckt auch voller Magie und märchenhafter Traumwelten. Sie ist eine Zeit der Geister, Gespenster und Geheimnisse, und die Romantiker verbanden mit ihr die Sehnsucht nach dem Irrationalen, um die Rätsel des Seins näher zu ergründen.

All diese Aspekte und Gedanken spiegeln sich im Programm des Kammerchores »accentus vocalis« wieder. Eine Mischung abwechslungsreicher A-Cappella-Musik von internationalen Komponisten lassen die Zuhörer in farbige Klangwelten eintauchen. Das Stück »Only in sleep« des lettischen Komponisten Ēriks Ešenvalds, dessen Text von einem Traum längst vergangener Jugendtage erzählt, hat dem Programm dabei seinen Titel verliehen. Weitere Werke stammen aus der Feder von Brahms, Dvořák, Elgar und Rheinberger. Auch Vertonungen bekannter Abend- und Schlaflieder werden erklingen.

Sonntag, 2. September 2018 | 18 Uhr | Ev. Kirche Kölschhausen

Samstag, 8. September 2018 | 18 Uhr | Heilig-Geist-Kirche Bad Vilbel

Sonntag, 9. September 2018 | 20 Uhr | Haardter Kirche Siegen-Weidenau

»Dreht sie, führt sie, jauchzt und springt!«

Tanz in den Mai mit Klavier und Chor

Johannes Nies | Klavier
Kammerchor accentus vocalis
Peter Scholl | Leitung

Béla Bartók: 6 rumänische Volkstänze
Johannes Brahms: Zigeunerlieder (Opus 103)
Benjamin Britten: Five Flower Songs (Opus 47)
Franz Liszt: Mephisto-Walzer Nr. 1

Seit Jahrhunderten wird der „Tanz in den Mai“ als Fest der Fruchtbarkeit und des Frühlings gefeiert, wenn die Tage wieder wärmer und länger werden. Der Kammerchor accentus vocalis und der vielfach ausgezeichnete Pianist Johannes Nies widmen sich in diesem Konzert dieser Zeit des Erwachens und des Neubeginns: Der Frühling kommt mit Brahms‘ berühmten Zigeunerliedern, Brittens „Flower Songs“ sowie dem hochvirtuosen Mephisto-Walzer Nr. 1 von Liszt schwungvoll zum Erklingen.

Eintritt: 12 € | ermäßigt 6 €

Montag, 30. April 2018 | 20 Uhr | St. Jakobskirche Frankfurt-Bockenheim

Dienstag, 1. Mai 2018 | 17 Uhr | Hüttenhaus Herdorf

Zeitungskritiken

Mai musikalisch begrüßt (3. Mai 2018)
Siegener Zeitung – 3. Mai 2018

Mai musikalisch begrüßt

Accentus Vocalis und Pianist Johannes Nies brillierten im Hüttenhaus

bst. „Dreht sie, führt sie, jauchzt und springt" lautete das einem Liedtext entnommene Motto des Konzerts am 1. Mai, zu dem der 2010 von Peter Scholl gegründete und geleitete Kammerchor Accentus Vocalis zum Start in den Mai ins Hüttenhaus Herdorf eingeladen hatte. Unterstützt wurden die Akteure durch den mehrfach ausgezeichneten Pianisten Johannes Nies. Am Vortag hatte dieses Konzert bereits in der St.-Jakobus-Kirche in Frankfurt-Bockenheim stattgefunden, an der der in Siegen geborene Kirchenmusiker Peter Scholl als Kantor wirkt; daneben lehrt er Chorleitung an den Musikhochschulen Frankfurt und Mainz. Anknüpfend an die geschichtsträchtige Verbindung des „Wonnemonats" mit Fruchtbarkeitsfesten und -kulten bezog Peter Scholl das Programm auf entsprechende Vokalwerke des 19. und 20. Jahrhunderts. Das Konzert eröffnete „Es lacht der Mai" aus Felix Mendelssohn Bartholdys Kantate „Die erste Walpurgisnacht" für Soli, Chor und Orchester, hier mittels Orchesterauszug durch Johannes Nies am Flügel vertreten, dessen Text sich an Goethes „Faust I" anlehnt.


Bereits hier überzeugte der dank vieler junger Stimmen frisch wirkende runde Klang des 24-köpfigen Chores. Mitten in einer intensiven Schaffensphase vertonte Benjamin Britten - als Geschenk zur Silberhochzeit des befreundeten Ehepaars Elmhirst 1950 - in fünf Sätzen Gedichte von Robert Herrick, George Crabbe und John Clare für A-cappella-Chor: Die „Five Flower Songs" beziehen sich auf Narzissen, Blumen des Marschlands, die Nachtkerze und grünen Ginster und spiegeln gesanglich das Auf-und-Abblühen, das Werden und Vergehen in der Natur. Britten nutzte dabei alle ihm verfügbaren Kompositionstechniken, forderte von den Ausführenden gesangliche Höchstleistungen und hatte dabei wahrscheinlich professionell tätige Vokalisten im Blick. Der Kammerchor meisterte diese Herausforderung überzeugend sowohl hinsichtlich Intonation wie auch rhythmischer Präzision und dynamischer Abstufung, so dass die von Britten intendierten Stimmungswechsel deutlich wurden. Demgegenüber betonen die „Zigeunerlieder" op. 103 von Johannes Brahms das Volksliedhafte, eigentlich gemeint sind ungarische Lieder als vokale Kontrastierung zu seinen „Ungarischen Tänzen" für Klavier bzw. Orchester. Die Texte sind eine Nachdichtung des Schlesiers Hugo Conrat, mit dem Brahms befreundet war, anhand der Übersetzung durch das Kindermädchen der Familie Conrat, das aus Ungarn stammte. Diese elf Volksliedbearbeitungen präsentierte der Kammerchor in Begleitung durch Johannes Nies am Flügel sehr entspannt und heiter, doch stets bedacht auf die textadäquate Herausstellung der konträren Stimmungen.


Passend zum Konzertmotto hatte Johannes Nies seine pianistischen Beiträge ausgewählt: Seit 1909 hatte Bela Bartok rumänische Volkslieder und -tänze gesammelt, 1915 veröffentlichte er „Sechs rumänische Volkstänze" für Klavier, die auch in der nachfolgenden Orchesterfassung weltweit bekannt und beliebt wurden. Die Komplexität und Vielfalt der Rhythmusstrukturen innerhalb der engen Grundrhythmen und die schnellen Wechsel der verschiedenen Tanzstile präsentierte Nies flüssig und leicht wirkend.


Mit dem „Mephisto-Walzer Nr. 1", in den Jahren 1856 bis 1861 komponiert und seinem früh verstorbenen Lieblingsklavierschüler Carl Tausig gewidmet, bezieht sich Franz Liszt auf Nikolaus Lenaus Version von Fausts und Mephistos Besuch einer Dorfschenke, in der eine Hochzeitsfeier stattfindet. Klangmalerisch wird diese beschrieben bis hin zu einem wilden Tanz und schließlich in Fausts Versuch endend, eine Frau in den nahen Wald zu entführen und letztendlich zu verführen. Diese „Überwindung des Walzers" gilt als Inbegriff eines hochvirtuosen Bravourstücks, das beinahe irre machen kann mit seinem rauschhaften Tempo und seinem diabolischen, im langsamen Mittelteil lustvollen Vorwärtsstreben - Johannes Nies ließ das mit perfekter pianistischer Technik deutlich werden. Für den großem Applaus bedankte er sich mit dem „Türkischen Marsch" auf Chinesisch, seiner eigenen Bearbeitung des bekannten Originals von Wolfgang Amadeus Mozart.

Kammerchor accentus vocalis bot Mephistowalzer und Zigeunerlieder (4. Mai 2018)

Konzert mit Uraufführung

»Davon ich singen und sagen will«

Luther in Text und Musik

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Helge Heynold | Lesung
Kammerchor accentus vocalis
Peter Scholl | Leitung

In diesem außergewöhnlichen Konzertformat werden Lesungen und Musik nicht bloß nebeneinander, sondern vor allem miteinander agieren. Text und Musik werden zu einer Symbiose kommen, die das Zusammenwirken beider Elemente in Luthers Schaffen auf eindrucksvolle Weise aufzeigt.

Im Rahmen dieses Projektes wurde der Bockenheimer Komponisten Jonathan Granzow mit der Komposition eines neuen Werks für Sprecher und Chor beauftragt, das in diesem Konzert zur Uraufführung kommen wird.


Mit Helge Heynold konnte ein erfahrener Sprecher, Regisseur und Redakteur gewonnen werden, der unter anderem durch seine Arbeit beim Hessischen Rundfunk sowie zahlreiche Hörbuchproduktionen bekannt geworden ist.
Samstag, 14. Oktober 2017 | 20 Uhr | St. Jakobskirche Frankfurt-Bockenheim

Sonntag, 15. Oktober 2017 | 18 Uhr | Lichtenplatzer Kapelle Wuppertal

Freitag, 20. Oktober 2017 | 19.30 Uhr | Basilika Sankt Aegidius Mittelheim (Rheingau)

Samstag, 21. Oktober 2017 | 19.30 Uhr | Ev. Kirche Daaden

Sonntag, 22. Oktober 2017 | 18 Uhr | Ev. Kirche Wallau (Lahn)

Zeitungskritiken

Zwischen Ernsthaftigkeit und Innigkeit: Konzertprojekt zu Luther (19. Oktober 2017)
Evangelisches Frankfurt – 19. Oktober 2017

Von Stephanie von Selchow

Zwischen Ernsthaftigkeit und Innigkeit: Konzertprojekt zu Luther

Moderne Kompositionen, alte Lieder, verwoben mit Texten: Zum Reformationsjubiläum ersann Kantor Peter Scholl in der Bockenheimer Jakobskirche ein ungewöhnliches Format, um Martin Luther und sein Wirken dem Publikum nahezubringen.

Luther alias Schauspieler Helge Heynold hält seine berühmte, rhetorisch geschliffene, von tiefer Überzeugung getragene Verteidigungsrede auf dem Reichstag zu Worms und endet mit den Worten: „Daher kann und will ich nichts widerrufen, weil wider das Gewissen etwas zu tun weder sicher noch heilsam ist. Gott helfe mir, Amen!“  Und plötzlich sitzt ein junger Chorsänger neben mir auf der Kirchenbank und singt mit reiner, klarer Stimme: „Ein feste Burg ist unser Gott, ein gute Wehr und Waffen.“ Und nicht nur neben mir. Immer mehr Sänger und Sängerinnen mischen sich unter das Publikum in der Jakobskirche und singen laut das berühmte Luther-Lied.

Das ist einer der genialen Momente in dem Konzertformat, mit dem der von Kantor Peter Scholl geleitete Kammerchor „Accentus Vocalis“ das Reformationsjubiläum in Bockenheim würdigt: Das Publikum wird zur Gemeinde, die Luther in seiner Überzeugung unterstützt. Die Zuhörerinnen und Zuhörer können gar nicht anders, als sich mit allen Sinnen in das Geschehen mit einbezogen zu fühlen.

Text und Musik stehen an diesem Abend im Oktober gleichberechtigt nebeneinander. Helge Heynold liest Auszüge aus Briefen und Tischreden vor, die Einblicke in Luthers Entwicklung vom jungen Mönch und Universitätsgelehrten über seine Auseinandersetzung mit dem Ablass und Verteidigung in Worms geben. Zur Sprache kommt sein tiefer Glauben an die Gnade Gottes, aber auch seine Zweifel, seine Übersetzungsarbeit und seine Liebe zu Musik.

Was die Texte auf der Verstandesebene ansprechen, unterstreichen Luther-Lieder wie „Aus tiefer Not schrei ich zu dir“ oder „Mit Fried und Freud fahr ich dahin“ mit emotionaler Verve. Die unterschiedlichen Vertonungen von Mendelssohn-Bartholdy, Bach, oder moderner von Hugo Distler oder Volker Jaekel werden von dem A-capella-Chor unter Leitung von Scholl mit perfekter Leichtigkeit vorgetragen.

Ein Schwerpunkt sind die überraschenden Uraufführungen von Luther-Szenen, mit denen Scholl den Frankfurter Komponisten Jonathan Granzow beauftragt hat. Heynold liest vor, wie Luther sich gegen Vorwürfe verteidigt, er habe sich bei seiner Bibel-Übertragung zu weit vom griechischen oder hebräischen Urtext entfernt. Sehr witzig also, dass Granzow ausgerechnet jene Stelle aus Luthers Bibel-Übersetzung vertont hat, in der es heißt: „Wer andern eine Grube gräbt, fällt selbst hinein, und wer einen Stein wälzt, auf den wird er zurückkommen.“

Musikalisch bildhaft ist auch die Umsetzung: Gesungen wird jeweils nur der erste Teilsatz „Wer anderen eine Grube gräbt“ und „Wer einen Stein wälzt“, der zweite Teilsatz wird dagegen ausschließlich musikalisch umgesetzt: Da klackert es abwärts, da fällt es zurück.

So gelingt diesem Konzertprogramm nicht nur einen Abriss über Luthers Leben und Wirken. Es hält auch die Waage zwischen der Ernsthaftigkeit und Innigkeit der Luther-Texte und einer humorvollen Leichtigkeit. Das liegt vor allem an der lebendigen musikalischen Darbietung und Spielfreude dieses Chors von ambitionierten Laiensängern und Musikstudentinnen. Und am Augenzwinkern des modernen Komponisten sowie einiger derb-komischer Passagen in Luthers Texten.
Singen und sagen - accentus vocalis beeindruckte mit Luther-Szenen in der Barockkirche (23. Oktober 2017)
„accentus vocalis“ und Helge Heynold erschaffen Klangcollage zur Reformation (23. Oktober 2017)

Kontakt

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Wolfram Schmidt - 1. Vorsitzender
Obere Kirchbergstr. 29
57290 Neunkirchen
schmidt@accentus-vocalis.de

Peter Scholl - Künstlerischer Leiter
Alt-Heddernheim 9
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